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4:3, 5:4 und die
1280er Auflösung
Ein paar Erkenntnisse
zu Monitorauflösungen.
Ist eigentlich nicht
nur für Cinema User gedacht, aber gut anhand des Programms erklärbar.
Zunächst habe ich festgestellt, dass sich recht wenige Gestalter
überhaupt damit befassen, trotzdem sind die Auswirkungen überall
zu sehen. Es ist auch nicht leicht, an Informationen oder Erklärungen
zum Thema zu gelangen. Deshalb hier einige grundlegende Informationen
damit man sich sicher im "Verhältnis-Dschungel" bewegt.
1: Computermonitore
haben ein physikalisches Seitenverhältnis von 4:3 (neuerdings manche
auch 16:10 oder 24:10, ist aber nicht die Regel). Das bedeutet: egal welche
Größe der Monitor besitzt (14", 15", 17", 19",
20", 21"...), der Bildschirm
hat die Breite 4 Einheiten und die Höhe 3 Einheiten (z.B. bei meinem
395 x 296 mm).

2: Nun kommt
die Bildschirmauflösung hinzu, sprich die angezeigten Pixel auf dem
Bildschirm. Wenn man die üblichen Auflösungen auflistet, ergeben
sich folgende Seitenverhältnisse:
640 x 480 = 4:3
800 x 600 = 4:3
1024 x 768 = 4:3
1280 x 1024 = 5:4
1600 x 1200 = 4:3
gemerkt?...genau 1 Auflösung sticht raus, die recht beliebte 1280er
Auflösung hat ein Seitenverhältnis von 5:4 und nicht 4:3. Was
bedeutet das für die Darstellung?
Nun, bei den Auflösungen die, wie der Monitor selbst, ein 4:3 Verhältnis
haben, ist alles in bester Ordnung, ein Kreis auf dem Bildschirm bleibt
ein Kreis und ein Quadrat ein Quadrat.
Wenn nun eine 5:4 Auflösung auf eine 4:3 Fläche gestaucht wird
erscheint der Kreis als eine leicht in die Breite gezogene Ellipse und
das Quadrat wird zum Rechteck.
Das ist tatsächlich so, im Normalfall hat man sich daran gewöhnt,
oder es stört nicht weiter (bei Office Anwendungen sowieso).
Allerdings bei präziser Layoutarbeit, Bildbearbeitung oder 3D Modellierung
kann es durchaus von entscheidender Wichtigkeit, sein die Größenverhältnisse
richtig zu beurteilen. Fairerweise muß man auch erwähnen, dass
viele Röhrenmonitore eine derart schlechte Geometrieverteilung bei
der Bilddarstellung haben, daß das 5:4 Problem noch das kleinere
Übel ist. Das kann man auch ganz leicht testen, öffnet ein Bild
(möglichst mit Personen, da kennt man die Größenverhältnisse
recht genau) und verschiebt dieses Bild mal auf dem Desktop, Ihr werdet
euch wundern was für seltsame Verzerrungen man manchmal erlebt, als
ob man in einem Spiegelkabinett wäre.

Was ist also zu
tun?
A: einen guten
Monitor kaufen!
B: Diesen richtig einstellen (mit einem Kalibrierungstool)
C: Die richtige Auflösung wählen, bei den 4:3 Auflösungen
seid Ihr auf der sicheren Seite.
D: Wenn Ihr, wie ich auch die 1280er Auflösung benützt,
habt Ihr die Möglichkeiten:
1. Möglichkeit:
Ihr habt Cinema und könnt in der Editoransicht ein korrigierendes
Pixelverhältnis einstellen. Das stellt Ihr unter Programmeinstellungen/Pixel:Editor
ein. Nicht mit den Einstellungen bei der Bildausgabe verwechseln! Bei
mir hat sich ein Korrekturfaktor von 1,064 : 1 bewährt. Diese Funktion
ist für optimales Arbeiten recht nützlich, wenn man bedenkt,
dass ansonsten ein Quadrat von 270 mm Größe auf dem Bildschirm
als ein verzerrtes Rechteck von 270 x 255 mm dargestellt wird. Leider
ist eine solche Funktion nicht selbstverständlich (oder kennt Ihr
dies auch von anderen Programmen?), und deshalb auch nur die halbe Miete.
Denn im Editor wird alles korrigiert dargestellt, aber nach dem endgültigen
Rendern ist das Bild wieder unkorrigiert auf dem Bildschirm. Das hat dann
nichts mehr mit Cinema zu tun sondern mit der allgemeinen 1280er Darstellung
des Betriebssystems oder Bildbetrachtungsprogramms, die keine Kompensation
des 5:4 Problems zulassen.
2. Möglichkeit:
Grundsätzlich
das Bild etwas enger auf dem Monitor einstellen, dadurch wird der Effekt
etwas gemildert und zwar in allen Anwendungen.
3. Möglichkeit:
Manche Monitore und Grafikkarten erlauben es, eine Auflösung von
1280x960 zu wählen die wiederum ein 4:3 Verhältnis hat.
Diese Erkenntnisse sind eigentlich nicht wirklich die Welt, und wahrscheinlich
für viele unerheblich, aber ich dachte es könnte auch ein paar
interessieren, was es eigentlich damit auf sich hat.
Wie immer Fragen,
Kritik und Anregungen an Bala@medien-werkstatt.com
schicken.
Beste Grüße,
Artur Bala
medienwerkstatt
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