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Wasser mit Bordmitteln

Es gibt ja einige Möglichkeiten mit Wasser in Cinema zu spielen, abgesehen vom Fizz-Plugin als Partikelsimulator gibt es auch die Plugins Realflow, Realwave und FlowTracer. Alles sehr gute und überzeugende "Wasserträger" und in vielen Bereichen unerlässlich, aber unter bestimmten Umständen kann man sich die Investition sparen und ein wenig mit Cinema selbst "wässern". Ein Weg dies zu tun wird hier beschrieben:

 

Erster Schluck:

Zunächst brauchen wir ein gutes Wassermaterial (als Alternative zu FlowTracer) und dieses basteln wir uns aus unseren SLA Shadern. Es braucht eigentlich gar nicht so viel für eine Wassertextur, hauptsächlich muß man die richtigen Transparenz- und Spiegelungswerte einstellen. Als Basis bekommt unser Wasser eine "saubere", leich bläuliche Farbe:

      

Wie bei allen transparenten Körpern, bei dem auch ein Mediumwechsel vorkommt (Luft-Wasser), und somit auch eine Brechung entsteht, sollte man den Fresnel aktivieren. Den eingebauten Fresneleffekt von Cinema verstärken wir mit dem SLA Fresnel. Bei richtiger Einstellung simuliert das die abnehmende Transparenz des Wassers in Abhängigkeit vom Betrachtungswinkel. Das gleiche Prinzip verwenden wir auch bei der Spiegelung.

      

      

Abschießend noch ein wenig Umgebungsfarbe (falls Die Szene es erfordert), etwas Relief, damit das Wasser nicht zu glatt wird und natürlich Glanz, der wirklich steil eingestellt werden sollte, Fertig :-)

      

Mit dieser Methode kann man auch wunderbar Glas oder andere transparente Materialien erstellen.

 

Zweiter Schluck:

nun geht es ans Wassersimulieren, wir benützen das Cinema-eigene Partikelsystem und Metaballs. Aufgabe ist es einen Wasserstrahl aus einem Rohr auf einen Boden laufen zu lassen.

      

Das Rohr und der Boden sind schnell gemacht Für das Wasser wird im Rohr ein Emitter platziert und die entstandenen Partikel mittels Deflektoren zum Ausgang geleitet. Die richtige Einstellung für den Emitter ist nicht leicht auf einen Nenner zu bringen, was aber sicherlich hilfreich ist: möglichst viele Partikel mit variabler Größe zu nehmen, das hält die "Blockbildung" in Grenzen. Es ist natürlich so, daß Wasser aus sehr vielen Molekülen (Wasserspannung, gegenseitige Reaktion...) besteht die wir nicht simulieren können und deshalb eine grobe Annährung versuchen.
Da Cinema im Grundpaket bei Partikel nur rechteckige Deflektoren kennt müssen wir aus mehreren einer Art Röhre erstellen (Fizz Besitzer können sich jetzt freuen). Damit das Wasser ein wenig "Bewegung" bekommt ist im Röhrenweg noch ein Verwirbler. Der ganzen Szene wir natürlich Gravitation zugewiesen damit das Wasser auch nach dem Austritt nach unten fällt. Auf dem Boden, und das ist wichtig, befindet sich ein FFD Käfig. FFD wir leider viel zu stiefmütterlich eingesetzt obwohl er sehr vielseitig nutzbar ist. In unserem Fall erzeugt der FFD das korrekte Aussehen von Wasser auf einer Fläche (Wasserspannung am Rand). D.h. die Metaballs werden unten hochgequetscht und bilden so eine flache Ebene auf dem Boden.

     

gelandet! jetzt wir es wild, denn zum Einen wird das Wasser gebremst (Reibung), zum Anderen läuft es "zufällig" verteilt wieter auf dem Boden, breitet sich aus und spring bestimmt nicht wieder hoch wie Bälle. Um das in etwa zu erreichen sind einige Experimente notwendig. Einige Reibungsfelder, Windgeneratoren, Gravitationen und Attraktoren habe ich eingebaut um eine solche Wirkung entstehen zu lassen. Es kommt in unserem Falle ja nicht darauf an ob es physikalisch richtig erstellt ist sondern nur auf den optisch "richtigen" Effekt. Ein Auszug aus dem Objektmanager verdeutlicht dies:

           

 

Leertrinken:

Damit nun keine Kugeln aus dem Rohr fallen sondern eine Wassermasse, wird der Emitter sammt FFD in ein Metaball-Objekt gesteckt (Exponetielle Abnahme einstellen - für bessere Wasserbildung). Nach einigen Versuchen wird man ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht haben. Jetzt wirds Zeit mal Wasser zu lassen ;-) denn wir rendern, und das kann bekanntlich etwas dauern.

      

Das war es schon, wer lust am Plantschen bekommen hat, hier das Projektfile zum selbermachen:

Download: Wasser.Zip (42 kB)

 

Wie immer Fragen, Kritik und Anregungen an Bala@medien-werkstatt.com schicken.

Beste Grüße,

Artur Bala
medienwerkstatt

   

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